Vor längerer Zeit hab ich einen Bericht über "Kinder brauchen Rituale" gelesen, dem ich persönlich absolut zustimme. (auch aus meiner Zeit im Kiga).
Für Kinder ist es sehr wichtig, dass es immer wiederkehrende Momente gibt.
Beispiel: die GuteNachtGeschichte - oder eine gemeinsame Zeit, wie das Abendessen. Morgens, der Abschiedskuss bevor es zur Schule geht.. usw... diese Rituale dienen ganz besonders als Halt für Kinder. Da ist etwas, das sich immer wiederholt und in mein Leben gehört - etwas woran sich das Kind festhalten kann. Die Uhr kennt ein kleines Kind noch nicht. Kinder erfahren durch diese Rituale, dass es Zeitgebundes gibt. Man kann dies auch als Ordnung und Struktur sehen - welche auf spielerische und angenehme Art und Weise vermittelt werden.
Rituale schenken Zeit - für das Kind, für ein Miteinander.
Ich weiß noch sehr gut, wie wir bei meinen Eltern den Hl.Abend gefeiert haben: Meine Geschwister mit Familien waren dabei, meine Kinder und ich - wir waren alle versammelt. Irgendwann hiess es dann: Bitte alle nach oben gehen. Mein Vater gab dem Baum den letzten Schliff. Geschenke wurden darunter gelegt und irgendwann wurde die Glocke geläutet und wir durften wieder alle nach unten kommen. Dies spielte sich jedes Jahr wieder ab und alle haben es sichtlich genossen. Wir lachten oft darüber, aber aus Freude, weil es einfach nur schön war, dieses Ritual jedes Jahr wieder zu erleben - selbst als Erwachsene.
Halt, Sicherheit, Zeit, Miteinander und ein gutes Gefühl.
Bestimmte Rituale brechen irgendwann auf - ein 16jähriger wird bestimmt keine Gute Nacht Geschichte mehr wollen, dafür gibt es aber bestimmt etwas anderes, was ihm wichtig ist und was er braucht. Es werden einige Rituale weitergepflegt oder neue geschaffen. Angepasst an Zeit und Bedürfnis.
... schön, wenn man sie pflegt und bewahrt, solange sie ein gutes Gefühl geben.